Wortspiele

Warten – ein seltsamer Schwebezustand

Warten ist für mich ein komischer Zustand. Als würde man in der Wartezeit nicht leben sondern erst wieder beginnen, wenn die erwünschte Zukunft da ist.

Warten ist irgendwie wie ein Leben auf Standby. Als ob das Hier und Jetzt pausiert, während wir auf die ersehnte Zukunft schauen. Egal worauf man wartet – in der Wartezeit scheint das Leben in einer Art Zwischenraum zu schweben.

Wenn wir mal kurz innehalten und genau hin spüren ist das Warten gar keine bloße Passivität, sondern auch ein emotional intensiver Moment. Hoffnung, Ungeduld, vielleicht auch Zweifel – all das mischt sich in diesem scheinbar stillen und leeren Augenblick. Es fühlt sich an, als würde das eigentliche Leben erst wieder starten, sobald das ersehnte Ereignis eintritt.

Dabei ist die Zeit des Wartens doch genauso Leben wie jede andere Zeit. Wenn ich am Bahnhof stehe und auf den Zug warte, bietet mir dieser Moment, dieses Hier und Jetzt jede Möglichkeit wie auch alle anderen Momente. Es gibt so viel zu tun oder zu sein – innehalten, nachdenken oder die kleinen Details der Gegenwart wahrnehmen.

Und: Das Warten zwingt uns auch, mit dem Moment Frieden zu schließen,
auch wenn dieser unvollkommen erscheint.
Diese Erkenntnis berührt mich besonders.

Vielleicht ist genau das die Kunst: Das Leben nicht nur im Ankommen zu sehen, sondern im Dazwischen. Wenn wir „das Warten“ als Teil des Lebens akzeptieren, ist es vielleicht gar kein Warten mehr sondern mehr ein bewusster Moment des Seins oder?

von Herz zu Herz, Belinda

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