Gedanken sind Worte in deinem Kopf
Es heißt, dass wir Menschen ca. 60.000-70.000 Gedanken am Tag denken. Es heißt weiter, dass die meisten dieser Gedanken unbewusst oder sogar negativ sind. Man könnte als sagen, in unserem Kopf entstehen ca. 60-70.000 (Kurz-)geschichten am Tag. Krasse Zahl finde ich.
Da stellt sich mir die Frage: Wie viel Raum sollten wir all diesen Gedanken geben?
Manchmal taucht ein bewusster Gedanke auf. Er lädt uns ein, durch ein Tor zu gehen. Zu einer Geschichte, die wir mit uns selbst erzählen. Und oft ist es das ein Moment, in dem wir uns in eine Zukunft hineinbegeben, die nur in unserem Kopf existiert. Eine Zukunft, die uns vielleicht sogar Angst macht.
Die Frage ist nun, ob wir jedem Gedanken folgen müssen. Vor allem, wenn es scheinbar so viele am Tag sind. Was wäre, wenn dieser Gedanke einfach nur Worte in unserem Kopf wären? Worte, die kommen und gehen, ohne dass wir ihm mehr Bedeutung beimessen müssen. Worte, die wir auch auf die berühmte Meditationswolke setzen können.
„Könntest du es schaffen, Gedanken als genau das zu sehen? Nur als Wörter, die sich in deinem Kopf abspielen? Könntest du es schaffen, nicht dem Pfad der Fantasie zu folgen, der dich in eine Zukunft führt, die du dir vielleicht gar nicht wünschen möchtest?“
Ich finde es ist eine Form von Selbstfürsorge, diese Gedanken wahrzunehmen, ohne ihnen die Macht zu geben, uns zu steuern. Es ist okay, einen beängstigenden Gedanken zu haben. Aber was, wenn du diesen Gedanken „einfach“ nur wahrnimmst – ohne ihm zu folgen? Was, wenn du ihn nicht zum Ausgangspunkt einer ungewissen, furchtvollen Zukunft machst? Du musst nicht in das Tor eintreten, das er dir zeigt. Du kannst den Gedanken stehen lassen, ihn beobachten, und wahrnehmen. Nichts weiter mit ihm tun.
Es ist nicht immer so einfach, sich diese Freiheit zu geben. Aber je mehr wir lernen, unsere Gedanken nicht als absolute Wahrheiten zu betrachten, sondern als Worte, die uns besuchen, desto mehr können wir lernen, nicht in die Geschichten einzutauchen, die sie uns erzählen. Wir können uns dafür entscheiden, den Gedanken nicht zu unserer Realität zu machen. Wir können lernen, sie nur wahrzunehmen und im Moment zu bleiben.
Es ist ein Akt der Selbstfürsorge, der helfen kann, inneren Frieden zu finden, auch wenn die Gedanken manchmal laut werden. Denn du bist nicht deine Gedanken. Du bist der, der sie bemerkt – der, der sie beobachten kann, ohne sich in ihnen zu verlieren.
Von Herz zu Herz, Belinda


