Trauern

Die Dornen des Abschieds

Dieses Wochenende steht wieder unter dem Stern der Hospizbegleitungsausbildung. Jedes Mal ist es ein tiefes Eintauchen in ein Thema, das oft gemieden wird, aber doch so zentral für unser Menschsein ist: unsere Endlichkeit. Es ist kostbar, sich diesem Thema bewusst zu stellen finde ich.

Trotz all des Wissens, dass der Tod genauso zum Leben gehört wie die Geburt … für mich hat er dennoch Dornen.

Es hat so unfassbar weh getan, meinen Opa und meinen Papa gehen lassen zu müssen. Der Schmerz sticht immer wieder mal in meinem Herzen. Vor allem in den Momenten, in denen mir bewusst wird, dass die beiden nicht mehr hier sind, so wie sie eben in meinem Leben waren.
Und gleichzeitig habe ich gelernt, dass dieser Schmerz kein Zeichen von Schwäche ist. Dass Weinen und es Fühlen mich ermächtigt und ermächtigt hat. Für mich sind die Tränen und der Schmerz der Beweis dafür, dass ich geliebt habe.

Es zeigt, dass ich berührt wurde – und dass ich mich selbst berühren lasse. Der Schmerz spricht davon, wie sehr ich mich auf Menschen einlasse, wie sehr ich bereit bin, Nähe zuzulassen, obwohl ich weiß, dass sie vergänglich sein kann.

In der Hospizbegleitung geht es nicht nur darum, andere Menschen auf ihrem letzten Stück Lebensweg zu begleiten. Es geht auch darum, sich selbst zu begegnen – mit all der Angst, der Trauer, aber auch mit der Liebe, der Dankbarkeit und der Tiefe, die in jedem Moment des Lebens steckt.

Vielleicht ist das die größte Erkenntnis: Der Tod lehrt uns, wie wertvoll das Leben ist. Jeder Augenblick wird bedeutungsvoller, jedes Lächeln kostbarer, jede Berührung einzigartig.

Es ist okay, zu trauern. Es ist okay, Schmerz zu fühlen. Denn wer wirklich liebt, der wird auch den Schmerz des Abschieds spüren. Aber in diesem Schmerz liegt auch etwas Wunderschönes – die Erinnerung an das, was war, und die tiefe Verbundenheit, die bleibt.

trau dich zu trauern, deine Belinda

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